SKI-CLUB CRONENBERG 1929 e.V.

Vorgeschichte

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bilden sich erste Skivereine in Deutschland. Im Jahr 1905 werden deren Interessen erstmals im Deutschen Skiverband (DSV) gebündelt. Der 1907 gegründete Ski Klub Sauerland (SKS) gilt als der Vorläufer des Westdeutschen Skiverband (WSV).

1929    Gründung der Stadt Wuppertal

Durch den politischen Beschluss zur Gebietsreform im Februar 1929 erfolgt der Zusammenschluss der Städte Elberfeld und Barmen unter Einbeziehung der Städte Ronsdorf und Cronenberg.

Was 1929 noch wichtig war:

Allgemein
Der Schnelldampfer „Bremen“ die Strecke Bremerhaven-New York in nur 4 Tagen, 17 Stunden und 42 Minuten.
Die erste Frau umrundet alleine die Welt mit dem Auto.

Politik und Wirtschaft
Der Börsencrash in New York im Oktober markiert den Beginn einer Weltwirtschaftskrise.
Herrmann Müller (SPD) ist Reichskanzler, Paul v. Hindenburg (parteilos) Reichspräsident.

Literatur
Es erscheint „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin. Mit „Ein eigenes Zimmer“ von Virginia Wolff wird das erste feministische Essay veröffentlicht, „Popeye“ von Elzie Crisler und „Tim und Struppi“ von Herge begründen spätere Klassiker der Comic-Szene.

Musik
Werke wie „Land des Lächelns“ von Franz Lehar entstehen genauso wie die Schlager „Singing in the rain“ (Fats Waller) und „Am Sonntag will mein Süßer mit mir Segeln gehn“ (Paul Goldwin)

 

18.11.1929  –  Gründung des Ski-Club Cronenberg 1929 e.V.

Mit Otto Schütz und Werner Wittenberg als Gründer heben insgesamt 14 junge Männer den SCC aus der Taufe.

Die gemeinsame Ausübung des Sports, Förderung des Skisports, Veranstaltung von Skitouren durch das Bergische Land und Fahrten ins Sauerland werden als Vereinsziele festgeschrieben.

Als ältestes Gründungsmitglied wird Felix Schnepp der erste Vorsitzende des SCC.

1930  –  Die erste Satzung wird verabschiedet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 6,00 Reichsmark sowie 2,40 RM pro Jahr für Jugendliche bis 18 Jahre.

Jeden Freitag Trainingseinheit in der Turnhalle Am Dohr sowie erste Vereinsfahrten nach Winterberg

1931  –  Erster Staffellauf und erstes Skispringen in Meinerzhagen

Beschluss zur Aufnahme von Frauen

1932  –  Die Mitgliederzahl erhöht sich auf 65

Ab März wird Gymnastik für Frauen angeboten, im Sommer finden Trockenskikurse als Vorbereitung für den Winter statt.

Baubeginn der Skisprungschanze im Gelpetal – die für März 1933 vorgesehene Einweihung wird aufgrund schlechter Wetterverhältnisse auf Anfang 1934 verschoben.

1933  –  Der Einfluss der Nationalsozialisten geht auch am SCC nicht spurlos vorüber, was im Protokoll des SCC vom 02.06.1933 deutlich wird: Die Festlegung in der Satzung, dass politische und religiöse Bestrebungen im Verein ausgeschlossen zu sein haben, wird vermutlich auf politischen Druck hin fallengelassen.

Die Politik bestimmt, dass die Führung aller Vereine durch einen gewählten Vereinsführer zu erfolgen hat, der wiederum alle anderen Vorstandshelfer benennt. Diese Vorgabe wurde im SCC erst nach mehreren Versammlungen übernommen.

1934  –  Erste Frauenbeauftragte wird Grete Riemann.

1935  –  Beginn von Gruppenfahrten mit den Zielen Allgäu, Garmisch, Walsertal, Dolomiten, Vorarlberg, Ötztal

1939  –  Am 02.09. findet die vorerst letzte Versammlung statt: am darauf folgenden Tag beginnt der 2. Weltkrieg

1940  –  Aufnahme in das Vereinsregister: anstelle der eigenen Satzung tritt die Einheitssatzung der NSRL (Nationale SportReichsLeitung)

1942  –  Der Aufruf zur verpflichtenden Abgabe alle Skier und Stiefel als Soldatenspende markiert das vorläufiges Ende der skiläuferischen Aktivitäten des SCC

1943  –  Zerstörung der Turnhalle Am Dohr durch Luftangriff

1946  –  Erste Generalversammlung nach dem Krieg und Neubeginn mit 26 Mitgliedern. Mangels Ausrüstung sind zunächst Wanderungen, gesellschaftliche Veranstaltungen und Feste die wesentlichen Aktivitäten.

1948  –  Der SCC wird Mitglied im Westdeutschen Skiverband

1951  –  Neujahrsspringen auf der wieder aufgebauten Sprungschanze im Gelpetal lockt über 1.500 Besucher an.

1953  –  Erster SCC Geländelauf

1955  –  Der Verein zählt 85 Mitglieder.

1956  –  SCC erstmals Veranstalter eines Schülerskitages mit Langlaufwettbewerb

1959  –  Letztes großes Skispringen mit dem legendären Schanzenrekord von Paul Mehling.

Das neue Vereinsabzeichen entsteht – und bleibt bis heute unverändert.

1963  –  150 Mitglieder im Verein

1969  –  Erste Alpine Schülerwettkämpfe zusammen mit dem Sportamt der Stadt Wuppertal auf dem „Halbmond-Hang“ im Gelpetal

1977  –  SCC-Mitglied Kerstin Korten wird bei den Westdeutschen Alpinen Skimeisterschaften als 10-Jährige in gleich zwei Disziplinen Klassenerste bei den Schülerinnen II. In der Folge wird sie insgesamt 25-mal Westdeutsche Meisterin.

1980  –  Erstmals mehr als 300 Mitglieder

1985  –  Ski-Langläufe für Jedermann im Gelpetal, später am Lichtscheid

1987  –  SCC veranstaltet den 1. Wuppertaler Rollskilauf

1991  –  Ausrichter der Deutschen Meisterschaft im Rollskilaufen

2003  –  Ausrichter des 1. WSV-Inlinecups in Wuppertal

Veranstalter Stadtmeisterschaften Alpin und Snowboard im Sauerland

2016  –  Mit ca. 300 Mitgliedern behauptet sich der SCC als Sportverein „mittlerer Größe“

2018  –  1. Cronenberger Familiensportfest gemeinsam mit 5 weiteren Cronenberger Sportvereinen

 

Zusammengestellt von Renate Fahlenbock und Axel Wetzchewald

Quellen:

  • Die Geschichte des Ski Club Cronenberg 1929 e. V. im Rahmen der städtischen Entwicklung von Wuppertal“, Anke Brüssing, 1997, Westfälische- Universität Münster (Fachbereich Sportwissenschaften)
  • Festschriftakt von Gerd Weisbeck mit Auszügen aus der „schriftlichen Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung von Anke Brüssing, Wuppertal,1997
  • www.Wikipedia.de, 19.10.2018
  • Vereinseigene Sammlung von Presseartikeln
  • Vereinseigene Sitzungsprotokolle